Datenbank des MikAlp Projekts

Probenvorbereitung bei festen Proben

Probenmanagement und Handling zur Charakterisierung von Mikroplastik

Feste Proben für die Mikroplastikanalyse
Die Aufbereitung fester Proben wie Boden, Sediment, Gewebe oder Klärschlamm stellt hohe Anforderungen an die analytische Methodik. Ziel ist die Freisetzung und Anreicherung von Mikroplastikpartikeln bei gleichzeitiger Reduktion störender Matrixbestandteile. Zu beachten ist hier, dass der Massenanteil von Mikroplastik im Vergleich zur Matrix um ein Vielfaches höher ist. Dadurch steigt der Aufwand und die Anforderungen an entsprechende Probenvorbereitungsmethoden. Zudem gilt auch, je aufwändiger der Probenaufschluss umso wichtiger sind Qualitätssicherung wie beispielsweise die Bestimmung der Wiederfindungsrate um die erhaltenen Ergebnisse entsprechend zu Beurteilen. Die Auswahl geeigneter Aufbereitungsverfahren richtet sich nach Probenart, Kontaminationsgrad, Probenmenge sowie dem geplanten Analyseverfahren (z. B. FTIR-Imaging, Raman, Py-GC/MS).
Die Matrixentfernung ist abhängig von der Probenart und kann aus mehreren Schritten bestehen. Auch hier gilt, die unterschiedlichen Schritte werden meist durch einen Filtrationsschritt getrennt, um die Lösungsmittel zu entfernen.

Organisch belastete Proben (z. B. Gewebe, Klärschlamm)
– Oxidation mit 30 % Wasserstoffperoxid (H₂O₂)
– Alternativ oder ergänzend: Fenton-Reaktion (H₂O₂ + Fe²⁺)
– Enzymatische Aufschlüsse (z. B. Proteinase K, Lipase, Cellulase)

Mineralische Proben (z. B. Boden, Sediment)
– Dichtetrennung mit gesättigten Salzlösungen (z. B. NaCl, NaI, ZnCl₂) zur Abtrennung leichter Kunststoffpartikel
– Entfernung von Karbonaten durch Ansäuern mit verdünnter Salzsäure (HCl)
– Saure (z.B. HCl) oder basische (z.B. NaOH) Hydrolysen (bei erhöhter Temperatur)